InsightRP2
Besonders ist, dass das Konsortium nicht aus einer Reihe paralleler Forschungslinien besteht, sondern als eng vernetztes Rahmenwerk agiert, das die einzelnen Forschungsbereiche aktiv und systematisch miteinander verknüpft. Hierzu bringen wir hoch motivierte Expert*innen aus den Bereichen Augenheilkunde, Humangenetik, Datenwissenschaft, Zellbiologie und Gentherapie zusammen. InsightRP2 ermöglicht es, klinische Beobachtungen in mechanistische Studien einfließen zu lassen, bioinformatische Ansätze zur Interpretation von Varianten und zur Gestaltung von Experimenten zu nutzen und (patho)physiologische Erkenntnisse in therapeutische Strategien umzusetzen.
Digitale Ophthalmologie
Digitale Ophthalmologie
Mit eigens entwickelten KI-Algorithmen analysieren wir retinale Bilddaten wie Fundusaufnahmen und OCTs von Patient*innen mit RP2-assoziierter RP, um hierüber selbst feine strukturelle Veränderungen der Netzhaut zu erfassen und zu entschlüsseln. So wollen wir den Krankheitsverlauf anhand objektiver morphologischer Kriterien beschreiben und klinische Diagnostik, Verlaufsbeurteilung und Therapiebewertung verbessern.
Funktionskartierung von Genvarianten
Funktionskartierung von Genvarianten
Mittels digitaler Hochdurchsatz-Technologien und experimenteller Funktionsassays erfassen wir systematisch alle theoretisch möglichen Varianten des RP2-Gens und untersuchen ihre funktionellen Auswirkungen. So können Varianten unklarer Signifikanz differenzierter bewertet und für die molekulare Interpretation nutzbar gemacht werden.
Mechanistische Einblicke
Mechanistische Einblicke
Um die Rolle von RP2 näher zu charakterisieren, erzeugen wir patientenrelevante Mutationen in induzierten pluripotenten Stammzellen und differenzieren daraus retinale Gewebe und Organoide. Mittels HighEnd Multi-Omics-Technologien und integrativen Datenanalysen untersuchen wir zelltypspezifische Veränderungen und identifizieren potenzielle therapeutische Angriffspunkte.
Identifizierung neuer Wirkstoffe
Identifizierung neuer Wirkstoffe
Auf Basis der entschlüsselten Signalwege und zellulären Mechanismen suchen wir systematisch und gezielt nach Substanzen, die gestörte Prozesse stabilisieren oder korrigieren können. So wollen wir Kandidaten identifizieren, die in präklinischen Modellen und perspektivisch in klinischen Studien weiter geprüft werden können.
Gentherapie
Gentherapie
Wir etablieren Genersatzstrategien und Genomeditierungsansätze mit dem Ziel, eine klinisch anwendbare Gentherapie für die RP2‑assoziierte Retinitis Pigmentosa zu entwickeln. Das vergleichsweise kleine RP2‑Gen ist besonders gut für den Gentransfer geeignet und eröffnet damit vielversprechende therapeutische Optionen.